Menu

DSL-Anbieterwechsel: Was passiert mit den alten Routern?

Ohne DSL-Anschluss geht es nicht. Der Zugang zum Internet eröffnet uns die Welt und macht uns zum Teil der globalen Community. Social Media nutzen, E-Mails checken, Lieblingsserie streamen oder Reise buchen – das alles würde ohne stabile Internetleitung gar nicht gehen. Manchmal ist der Anschluss einfach zu teuer und ein DSL-Anbieterwechsel ist die einzige Lösung: Neuen Vertrag abschließen, alten Vertrag kündigen, Router zurückgeben, neuen Router installieren – klingt ganz einfach, oder? Doch wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, fragt sich dabei auch: Was passiert eigentlich mit dem alten Router?



DSL-Anbieterwechsel: Was passiert mit den alten Routern?

Von am 01.01.2019


Ein Leben ohne Internet? Unvorstellbar.

Wenn der Router dem Internetanbieter gehört

Wenn der Router nicht Eigentum des Kunden ist, verlangen Internetanbieter fast immer die Rückgabe des Leihgeräts bei Kündigung. Die Internetanbieter haben nun die Wahl. Sie können die Geräte aufbereiten und weiterverwenden oder sich vernichten. Viele DSL-Anbieter legen einen WLAN-Router kostenlos hinzu, wenn sie Neuverträge abschließen oder nutzen die alten Router als Ersatzgerät im Zuge einer Reparatur. Sie handeln damit ökonomisch und ökologisch sinnvoll. Doch eine Weiterverwendung ist nicht immer möglich oder aus technischen Gründen aus Sicht des Internetanbieters nicht sinnvoll. Wie die großen Anbieter Vodafone, Telekom, O2 und 1&1 konkret mit ihren gebrauchten Routern umgehen ist jetzt Thema.

Vodafone: Je aktueller die Router, desto häufiger die Zweitverwertung

Vodafone, auch der Mutterkonzern von unserem Breitbandinternet Partner Unity Media ist breit aufgestellt, das Unternehmen ist nicht nur Internetanbieter, sondern gleichzeitig auch Kabelnetzbetreiber und im gesamten Bundesgebiet tätig. Vodafone hat also nicht nur Router und Modems im Programm, sondern auch TV-Receiver und andere technische Geräte. Vodafone verfügt über eine technische Abteilung, die sich allein mit den zurückgeschickten Geräten beschäftigt. Nach Herstellerangaben sind inzwischen 5 Millionen Geräte aufbereitet und weiterverwendet worden. Bei technischen Veränderungen steigt die Zahl der zu ersetzenden Geräte logischerweise sporadisch an. Das gilt zum Beispiel bei der Umstellung auf ein Gerät, das die Leistung aus dem neuen Glasfasernetz im Gegensatz zu den alten Geräten aufnehmen kann. Doch auch, wenn sich ein Kunde entscheidet, ein leistungsfähigeres Gerät im Zuge des Updates auf ein anderes Tarifpaket zu mieten, landen die zurückgeschickten Geräte in der Servicezentrale. Der Ablauf dort ist wie folgt:

· Die zurückgeschickten Geräte werden angenommen und nach Einzelteilen sortiert. Dazu gehören unter anderem Kabel, Fernbedienung und das Endgerät selbst.

· Die Endgeräte und das Zubehör werden geprüft und soweit möglich aufgearbeitet. Vodafone verspricht dabei, dass alle Daten im Router gelöscht werden. Unser Tipp lautet: Selbst die Angaben im Router löschen und dann zurückschicken, so ist sicher keine private Information mehr verfügbar.

· Die funktionsfähigen Teile werden neu eingepackt und gelagert, bis sie erneut eingesetzt werden können.

Vodafone nutzt gebrauchte Geräte häufig, wenn es sich um aktuelle Technik handelt und die Geräte gut erhalten sind. Solche Geräte werden neu vermietet. Ältere Geräte aber würden im Falle eines Defekts bei einem Kunden als Austauschgerät eingesetzt werden. Kommt ein solches altes, defektes Gerät zurück, werden abhängig vom Tarif des Kunden allerdings auch neuere Geräte zugeschickt.

Wer einen Router an Vodafone zurücksenden will muss wissen, ob er über den übernommenen Netzbetreiber Unitymedia oder bei Vodafone direkt einen Vertrag abgeschlossen hat, denn es gibt zwei unterschiedliche Retourenprozesse. Im Zweifel wenden sich Kunden an die Hotline und fragen nach.

Router werden stark belastet und müssen deshalb stabil arbeiten.

Telekom: Wiederverwendung nach technischer Prüfung oder sachgerechte Entsorgung

Bei der Telekom geht es ähnlich zu, wie bei Vodafone. Auch die Telekom hat ein eigenes technisches Servicecenter. Dort werden die Geräte ebenfalls

· technisch und optisch geprüft und

· bis zur nächstmöglichen Nutzung eingelagert

Sind die Geräte in Ordnung, werden sie im Servicebereich als Austauschgerät benutzt oder erneut vermietet. Die Telekom zerlegt nach eigenen Angaben technisch veraltete oder irreparable Router in ihre Einzelteile und führt sie der ordnungsgemäßen Verwertung zu. Tipp: Auf der Website der Telekom werden Kunden durch einen Prozess geleitet, um Retourenscheine für die Rücksendung zu erstellen. Das Ganze ist kostenlos.

02: Wiederaufbereitung oder Entsorgung

Auch bei O2 hält man sich an den prinzipiellen Ablauf:

· Zurückgeschickte Geräte werden technisch geprüft.

· Lässt sich ein Gerät reparieren, wird es instandgesetzt und wiederverwendet.

Der Internetanbieter O2 gesteht seinen Kunden zu, alte gemietete Geräte entweder kostenfrei einzuschicken oder selbst zu entsorgen. Das dafür eingerichtete O2-DSL-Rücksendeportal ermöglicht den Ausdruck der notwendigen Rücksendeetiketten zum Nulltarif für Kunden.

Nachhaltigkeits-Tipp: Wer sich vorausschauend einen zukunftsorientierten Router kauft, kann aus dem Austausch-Kreislauf aussteigen und ein Gerät viele Jahre nutzen. Selbst, wenn sich die Technik weiterentwickelt, können Altgeräte im eigenen Haushalt sinnvoll eingesetzt werden. Das gilt zum Beispiel für die Übertragung von Signalen über mehrere Etagen, in den Garten oder Keller. Auf diese Weise lässt sich WLAN unkompliziert und „zum Nulltarif“ im ganzen Haus in guter Qualität einrichten.

1&1: AVM ist Vertragspartner der Kunden

Beim Internetanbieter 1&1 ist es für Kunden etwas umständlicher als bei Telekom oder Vodafone. Die Router werden nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit Eigentum des Kunden und müssen im Prinzip bei einem Anbieterwechsel nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit nicht zurückgeschickt werden. Das bedeutet, dass die Geräte nach einem Wechsel zu einem anderen Vertragspartner einfach weiter genutzt werden können, solange aus technischer Sicht nichts dagegen spricht. Der Router muss natürlich die Leistungen bereitstellen können, die im gebuchten Tarif inkludiert sind.

Wird aber ein Gerät retourniert, prüft 1&1 im ersten Schritt die Funktionsfähigkeit in der hauseigenen technischen Abteilung. Stellt der Internetanbieter fest, dass ein Defekt vorliegt, sendet er den Router zu AVM, den Hardware-Partner. Vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit ist es problematisch, dass 1&1 gebrauchte Geräte dann zu Elektroschrott erklärt, wenn diese außerhalb der vereinbarten Garantiezeit zurückgeschickt werden – ganz egal, ob der Router technisch ok ist oder nicht. Alle anderen Geräte werden so weit wie möglich aufbereitet und als Austauschgerät bereitgestellt. Auch 1&1 bietet die kostenfreie Rücksendung an.

Fazit: Telekom, Vodafone und O2 verfahren ähnlich, 1&1 hat Sonderstellung inne

Dass technisch einwandfreie Geräte aufgearbeitet und nach Möglichkeit wiederverwendet werden sollten, versteht sich aus ökonomischen und ökologischen Gründen eigentlich von selbst. Telekom, Vodafone und O2 handeln nach eigenen Angaben entsprechend. Nur 1&1 macht die Wiederverwertung offenbar vom Garantiezeitraum eines Geräts abhängig, ohne die technische Funktionsfähigkeit heranzuziehen.

Wer unabhängig von seinem Internetanbieter entscheiden will, was mit dem Router geschieht, kauft ihn sich selbst und nutzt ihn bei einem Anbieterwechsel – zum Beispiel zu einem nachhaltigen Anbieter - nach Möglichkeit weiter.

Mit goood immer schnell surfen dank LTE-Volumen

Mit goood immer schnell surfen dank LTE-Volumen